Arrangeur / Komponist Robert Lingnau - home NeuesBiographieArbeitMusikNoteninteraktiv

Newsticker - Jazz & beyond

Was gibt's Neues in der Musikwelt?

Freddie Hubbard - *07. April 1938, †29. Dezember 2008

30.12.2008
Freddie HubbardEiner der bedeutendsten Trompeter in der Geschichte des Jazz ist tot: Im Alter von 70 Jahren verstarb Freddie Hubbard in einem Krankenhaus in Los Angeles an den Folgen eines Herzinfarktes. Als Nachfolger von Lee Morgan spielte er in Art Blakey's Jazzmessengers, bevor seine Solokarriere startete. Sein Spiel strotzte vor temporeicher Präzision, melodiöser Lyrik und harmonischem Einfallsreichtum - Hubbard war für den Bebop und den Hardbop stilprägend. 1972 überreichte man ihm einen Grammy für die beste Jazz-Liveperformance.
Man, that shit is so boring. sagte er, nachdem er aufgrund einer 1992 entzündeten und nachlässig behandelten Lippe einige Jahre pausieren musste. Sein Ansatz erholte sich, und er konnte wieder spielen: Noch im Sommer war er in New York zu hören; nun verließ uns einer der letzten großen Innovatoren an der Trompete. Einen Nachruf lesen Sie, verfasst vom geschätzten Journalisten Ralf Dombrowski, im Magazin Spiegel.
Freddie Hubbard 1976, Bild (Ausschnitt) © Tom Marcello (CC ASA 2.0 Licence)

Rolling Stone: The 100 Greatest Singers of All Time (?)

14.11.2008
Rolling Stone: Die 100 besten Saenger aller Zeiten Der Rolling Stone, eine ehemals annehmbare Musikzeitschrift, deren deutsche Ausgabe sich aber seit 2002 in der Macht des Axel-Springer-Verlages (u.a. BILD) befindet, kam nicht umhin, eine weitere Liste in listenreicher Zeit zu veröffentlichen: Die 100 besten SängerInnen aller Zeiten. Aller Zeiten - also offensichtlich inklusive derer, die zukünftig noch kommen werden. Die meisten der Topplazierten erinnern bezüglich ihrer Gesangstechnik eher an mittelmäßige Castingshowteilnehmer. (Die glücklicherweise regelmäßig so schnell wieder gehen, wie sie kamen.)
Sicher sind solche charakterlich und musikalisch, meinetwegen auch stimmlich zwar sehr bedeutsam: Mick Jagger, Bob Dylan, Elvis Presley - wirklich singen im fachlichen Sinne können oder konnten sie nicht. Die Listenwähler, allesamt Berühmtheiten aus dem Showbusiness, scheinen es nicht an Gesangsqualitäten festzumachen, wer es auf die Ränge schafft: Man bleibt offensichtlich lieber 'unter sich' oder bewertet die Güte des Gesangs möglicherweise aufgrund der Anzahl verkauften Platten. Vergeblich sucht man in der Liste hingegen etwa Robbie Williams oder Frank Sinatra, von den vielen hervorragenden, aber weithin unbekannten JazzsängerInnen ganz zu schweigen.
Rolling Stone, Wahlzettel (Ausschnitt) von Bob Dylan © N.N.

JazzFest Berlin 2008

25.10.2008
Esbjörn SvenssonAuf den Seiten der Berliner Festspiele erwartet Sie das vollständige Programm des JazzFest Berlin 2008, das in diesem Jahr in guter, über 40-jähriger Tradition vom 05. bis zum 09. November stattfindet. Nachdem er 2001 schon einmal das Festival programmierte, übernimmt ab diesem Jahr der schwedische Posaunist Nils Landgren wieder die künstlerische Leitung. Einen musikalischen Schwerpunkt legt Landgren nicht; vielmehr sollen die verschiedenen Musiker, Gruppen und Stilistiken spielerisch für sich sprechen.
Einige ARD-Hörfunkanstalten übertragen das JazzFest am Samstag ab 20.00 Uhr, unter anderm das Kulturradio vom rbb, das auch den Abschlussabend des JazzFest live überträgt: Am Sonntag ab 20.04 Uhr in Berlin auf 92,4 Mhz sowie in Brandenburg. Auf den Seiten des kulturradio gibt es auch einen Livestream. Zu hören sein wird, nebst Interviews und Gesprächen, das Quintett um Herbie Hancock sowie die David Sanborn Band. Wir hören uns dann also, oder besser gesagt: Sie mich. ;-) Ich freue mich, die Übertragung nunmehr zum sechsten Mal zu moderieren. Hörfunksendungen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten finden Sie übrigens jederzeit komfortabel im Radioprogramm der ARD.
JazzFest 2008, Illustration (Ausschnitt) © Henning Wagenbreth

In eigener Sache: BuJazzO und Stan Kenton

15.09.2008
Lola - Deutscher FilmpreisDas Bundesjazzorchester der BRD ist eine in seiner Art weltweit einmalige Institution: Hier trifft sich der musikalisch hochtalentierte Nachwuchs des gesamten Landes. Peter Herbolzheimer leitete und prägte es seit seiner Gründung 1987 beinahe zwei Jahrzehnte lang. Seit 2006 ist die musikalische Leitung wechselnd: Jiggs Whigham ist mit der aktuellen Arbeitsphase betraut, die sich dem Œuvre von Stan Kenton widmet. In Kentons Big Band spielte Jiggs selber im zarten Alter von 19 Jahren Soloposaune.
Von den Stücken der Produktion Artistry in Voices and Brass von 1964 mit Kompositionen Kentons und Texten von Mit Raskin, in Arrangements von Pete Rugolo, existieren vermutlich keine Noten mehr. Das hat sich nun geändert: Für den Deutschen Musikrat / das BuJazzo fertigte ich von sechs Titeln dieser Platte Transkriptionen an, so dass nun wieder 'authentische' Partituren und Einzelstimmen existieren. Diese Titel sind Teil des aktuellen Konzertprogramms des BuJazzO, und das Anfertigen der Transkriptionen war mir eine Freude. Bei Interesse: Erwerben können sie die Arrangements in meiner Rubrik Noten.
Stan Kenton - Artistry in Voices and Brass, Cover © N.N. / Capitol Records

In eigener Sache: LJJO Hessen - Corazón Latina Especial

28.07.2008
Lola - Deutscher Filmpreis Das LJJO Hessen ist eines der glücklicherweise zahlreichen Landesjugendjazzorchester. Diese befinden sich in finanzieller Trägerschaft (wenn auch unüppig) der Landesregierungen und sind ein anregender, geselliger Ort für talentierte, junge Jazzmusiker. Sie bieten ihnen in zumeist zwei jährlichen Arbeitsphasen die Möglichkeit, sich gemeinsam musikalisch zu entwickeln und Repertoire einzuüben. Es ist fast üblich, dass aus Mitgliedern der LJJOs später Mitglieder des BuJazzO oder auch Musikstudenten werden, die unser Leben weiterhin musikalisch bereichern.
Das hessische Landesjugendjazzorchester hat nun unter der Leitung von Wolfgang Diefenbach das Resultat seiner Probenarbeit herausgebracht: Die CD heißt Corazón Latina Especial, und wie der Name bereits vermuten lässt, liegt der stilistische Schwerpunkt auf den Spielarten der populären lateinamerikanischen Musik. Ein Big Band-Arrangement von mir ist mit auf dieser CD vertreten: Cape Clipso. Die Komposition ist von Jiggs Whigham, der auch als Solist auf der Posaune mitwirkt. Bei Interesse: Dieses Arrangement können sie in der Rubrik Noten von mir erwerben und in der Rubrik Musik auch hören, gespielt von der BBC Big Band. Die CD des LJJO ist unter anderem direkt im Shop der Big Band erhältlich.
LJJO Hessen - Corazón Latina Especial, Cover © N.N. / SunnyMoon

Esbjörn Svensson - *16. April 1964, †14. Juni 2008

19.04.2008
Esbjörn Svensson Mit 44 Jahren verunglückte der Klaviervirtuose bei einem tragischen Tauchunfall in der Nähe eines Anlegerstegs nahe Stockholm. Sein Klaviertrio e.s.t. erspielte sich einen internationalen Ruf, wurde zuhauf mit Preisen bedacht, und schaffte es schließlich als erste europäische Formation auf die Titelseite des amerikanischen Jazzmagazins Downbeat.
Nicht nur die großen Hallen füllte er, auch intime Räume vermochte er zu erreichen: In meiner Lieblingskneipe im Prenzlauer Berg in Berlin, die (zu meinem akzeptablen Leidwesen) zumeist Rockmusik der härteren Gangart spielt, schaffte Esbjörn Svensson es in die ständige Playlist, möglicherweise gerade weil er die konventionellen Grenzen des Jazz aufbrach. In selbiger Lokalität hörte ich einmal ein Paar euphorisch über sein Trio sprechen, als sie frisch von seinem Konzert kamen. Wenn sie auch so reden möchten: allaboutjazz.com verfasste ein schönes Videotribut zu Svenssons Trio.
Möglicherweise siegte Wahrheit auch hier zuletzt; sein Manager Burkhard Hopper sagte über Svensson: Er hat immer von sich gesagt, dass er seiner inneren Musik folgen würde. Ein umfänglicher Artikel nebst interessanten Verweisen auf andere Artikel wartet ebenfalls auf den Seiten von allaboutjazz.com auf Sie, und in einem Nachruf würdigt ihn die ZEIT - beides zum wehmütigen Nachlesen.
Esbjörn Svensson, Bild (Ausschnitt) © Geert Vandepoele (CC ASA 2.0 Licence)

In eigener Sache: Deutscher Filmpreis 2008

29.04.2008
Lola - Deutscher Filmpreis Barbara Schöneberger - Jetzt singt sie auch noch! - moderierte als charmante Gastgeberin die Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises 2008 im Palais am Berliner Funkturm, die in der ARD knapp zwei Millionen Zuschauer erreichte. Dort sang sie mein maßgefertigtes Arrangement von There's no Business like Show Business, mit neuem deutschen Text versehen von Ralf Husmann, der unter anderem auch als Autor der Serie Stromberg brilliert. Michael 'Bully' Herbig betrat die Bühne mit einem Auftrittsjingle in meiner Bearbeitung, angefertigt nach einer Komposition aus Lissi und der wilde Kaiser von Ralf Wengenmayr, der selbst für eine Lola in der Kategorie 'beste Filmmusik' nominiert war. Wunderbar gespielt wurde dies alles live vom Berlin Pops Orchestra. Es war ein schöner Abend.
Lola - der Deutsche Filmpreis, Logo (Ausschnitt) © Deutsche Filmakademie

hceepS esreveR

08.04.2008
Reverse Speech - rueckwaerts Rückwärts abgespielte Aufnahmen von Musiktiteln sind gelegentlich Quelle konspirativer Theorien. Die Kontroverse um "Paul is dead" ist eines der bekannteren Beispiele für backward messages, in denen manche Esofreaks in verschiedenen Aufnahmen der Beatles der späten 1960er Jahre Hinweise für eine verfrühtes Ableben von Paul McCartney entdeckt haben wollen. Spannender ist dieses music reversal: "Its my sweet Satan. The one whose little path would make me sad whose power is fake. He gives you 666. There was a little toolshed where he made us suffer, sad Satan."
Vorwärts abgefahren ergibt das Stairway to Heaven von Led Zeppelin. Welch eine komplizierte Kompositionsweise! Jedenfalls: Zahlreiche derartiger Beispiele finden Sie mit Hörproben auf Reverse Speech, auch solche aus anderen Bereichen.
Illustration: Meine Stimme sagt "reverse speech" - natürlich rückwärts.

Liebeslieder-Baukasten für Frühlingsgefühle

21.03.2007
Bodo Wartke Die Auffassung, dass sich die meisten deutschen Comedians nur für die Unterhaltung bei Zwischenstopps auf Autobahnraststätten, Kellertreppen oder in Wüsten eignen, teilen Sie hoffentlich. Hier ist einer, der überzeugt und wirklich witzig ist: Bodo Wartke. Kein billiger, voraussagbarer Witzansatz, der schon innerhalb der zwei Sekunden Übertragungsdauer der Privatfernsehwellen vom Sender bis ins Wohnzimmer das Zeitliche segnet. Dass Harald Schmidt diesen Pointentod Oli P. mit ins Boot der ARD holte, adelt nicht Herrn Pocher, sondern tadelt Harald S. - Ich wollte diesen Absatz nicht mit Humorkritik verbringen, aber das musste ich mal artikulieren. Der eigentliche Grund dieses Newseintrages ist der liebenswerte Liebesliedgenerator des oben erwähnten Bodo Wartke. Danke, Bodo - nicht Comedian, sondern Kabarettist und Retter seiner Zunft. - Und zudem ein guter Pianist, wie zum Beispiel zu hören mit der großartigen dodeka(ko)phonischen Grätchenfrage (sic!) auf youtube.
Bodo Wartke, Bild (Ausschnitt) © Sven Schütze

This is your Brain on Jazz!

07.03.2008
Gehirnaktivitaeten eines Jazzmusikers Lange Zeit witzelten meine Jazzkollegen und ich darüber, inwiefern bei einem improvisierenden Jazzmusiker überhaupt eine Hirnaktivität anzunehmen sei. John Hopkins Medicine lieferte nun den Beweis: Das Hirn von Jazzmusikern arbeitet tatsächlich, wenn sie musizieren oder, wie in diesem Falle mittles eines funktionalen MRT (Magnetresonanztomograph) nachgewiesen, improvisieren. Damit wird das Witzrepertoire der Jazzmusiker zwar dünner, aber der Ruf ihrer synaptischen Qualitäten deutlich besser.
Leider erzähle ich - als hätten Sie es geahnt! - nur die halbe Wahrheit: Die Aktivität des dorsolateralen präfrontalen Cortex nimmt beim Improvisieren tatsächlich sogar deutlich ab, was gemeinhin die Selbstzensur und Planung enthemmt. Aber: Der mediale präfrontale Cortex ist derweil sehr fidel und für darstellende, persönliche Handlungen zuständig.
Gehirn eines unbekannten Jazzers, fMRT-Aufnahme (Ausschnitt) © N.N.

Glanzlichter der Revue im Friedrichstadtpalast Berlin

20.01.2008
Die 'Glanzlichter der Revue' im Friedrichstadtpalast Berlin Im Berliner Friedrichstadtpalast, dem größten Revuetheater des Kontinents, stehen vom 25. Januar bis zum 29. Juni die Glanzlichter der Revue auf dem Spielplan, und einige der dort vom wunderbaren Orchester zu hörenden Arrangements stammen aus meiner Feder. Hingehen, Spaß haben und dabei neben dem Trompeter Joo Kraus die Gesangssolistin Sabine Hettlich erleben: Der "blonde Engel aus Paris" (Stern) mit der "großartigen Stimme" (Le Figaro). Dann noch das Tanzensemble und die Artisten hinzu - und Sie erleben, so denke ich, ihre eigenen Glanzlichter.
Friedrichstadtpalast Berlin, Bild (Ausschnitt) © N.N.

homeNeuesNewsticker zuruecknach oben