Newsticker - Jazz & beyond
Was gibt's Neues in der Musikwelt?
Freddie Hubbard - *07. April 1938, †29. Dezember 2008
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30.12.2008
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Einer der bedeutendsten Trompeter in der Geschichte des Jazz
ist tot: Im Alter von 70 Jahren verstarb Freddie Hubbard in einem
Krankenhaus in Los Angeles an den Folgen eines Herzinfarktes. Als Nachfolger von Lee
Morgan spielte er in Art Blakey's Jazzmessengers, bevor seine Solokarriere
startete. Sein Spiel strotzte vor temporeicher Präzision, melodiöser Lyrik und
harmonischem Einfallsreichtum - Hubbard war für den Bebop und den Hardbop
stilprägend. 1972 überreichte man ihm einen Grammy für die beste Jazz-Liveperformance.
Man, that shit is so boring. sagte er, nachdem er aufgrund einer 1992
entzündeten und nachlässig behandelten Lippe einige Jahre pausieren musste. Sein
Ansatz erholte sich, und er konnte wieder spielen: Noch im Sommer war er in New York
zu hören; nun verließ uns einer der letzten großen Innovatoren an der Trompete. Einen
Nachruf lesen Sie, verfasst vom geschätzten Journalisten Ralf Dombrowski, im Magazin
Spiegel.
Freddie Hubbard 1976, Bild (Ausschnitt) © Tom Marcello (CC ASA
2.0 Licence)
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Rolling Stone: The 100 Greatest Singers of All Time (?)
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14.11.2008
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Der Rolling Stone, eine
ehemals annehmbare Musikzeitschrift, deren deutsche Ausgabe sich aber seit 2002 in
der Macht des Axel-Springer-Verlages (u.a. BILD) befindet, kam nicht umhin, eine
weitere Liste in listenreicher Zeit zu veröffentlichen: Die 100 besten
SängerInnen aller Zeiten. Aller Zeiten - also offensichtlich inklusive derer, die
zukünftig noch kommen werden. Die meisten der Topplazierten erinnern bezüglich ihrer
Gesangstechnik eher an mittelmäßige Castingshowteilnehmer. (Die glücklicherweise
regelmäßig so schnell wieder gehen, wie sie kamen.)
Sicher sind solche charakterlich und musikalisch, meinetwegen auch stimmlich zwar
sehr bedeutsam: Mick Jagger, Bob Dylan, Elvis Presley - wirklich singen im
fachlichen Sinne können oder konnten sie nicht. Die Listenwähler, allesamt
Berühmtheiten aus dem Showbusiness, scheinen es nicht an Gesangsqualitäten
festzumachen, wer es auf die Ränge schafft: Man bleibt offensichtlich lieber 'unter
sich' oder bewertet die Güte des Gesangs möglicherweise aufgrund der Anzahl
verkauften Platten. Vergeblich sucht man in der Liste hingegen etwa Robbie Williams
oder Frank Sinatra, von den vielen hervorragenden, aber weithin unbekannten
JazzsängerInnen ganz zu schweigen.
Rolling Stone, Wahlzettel (Ausschnitt) von Bob Dylan ©
N.N.
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JazzFest Berlin 2008
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25.10.2008
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Auf den Seiten der Berliner Festspiele erwartet Sie das vollständige
Programm des JazzFest Berlin 2008, das in diesem Jahr in guter, über 40-jähriger
Tradition vom 05. bis zum 09. November stattfindet. Nachdem er 2001 schon einmal das
Festival programmierte, übernimmt ab diesem Jahr der schwedische Posaunist Nils Landgren wieder die künstlerische Leitung.
Einen musikalischen Schwerpunkt legt Landgren nicht; vielmehr sollen die
verschiedenen Musiker, Gruppen und Stilistiken spielerisch für sich sprechen.
Einige ARD-Hörfunkanstalten übertragen das JazzFest am Samstag ab 20.00 Uhr, unter
anderm das Kulturradio vom rbb, das auch den Abschlussabend des JazzFest live
überträgt: Am Sonntag ab 20.04 Uhr in Berlin auf 92,4 Mhz sowie in Brandenburg. Auf
den Seiten des kulturradio gibt es auch einen
Livestream. Zu hören sein wird, nebst Interviews und Gesprächen, das Quintett um
Herbie Hancock sowie die David Sanborn Band. Wir hören uns dann also, oder besser
gesagt: Sie mich. ;-) Ich freue mich, die Übertragung nunmehr zum sechsten Mal zu
moderieren. Hörfunksendungen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten finden Sie
übrigens jederzeit komfortabel im Radioprogramm der ARD.
JazzFest 2008, Illustration (Ausschnitt) © Henning
Wagenbreth
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In eigener Sache: BuJazzO und Stan Kenton
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15.09.2008
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Das Bundesjazzorchester der BRD ist eine in seiner Art
weltweit einmalige Institution: Hier trifft sich der musikalisch hochtalentierte
Nachwuchs des gesamten Landes. Peter
Herbolzheimer leitete und prägte es seit seiner Gründung 1987 beinahe zwei
Jahrzehnte lang. Seit 2006 ist die musikalische Leitung wechselnd: Jiggs Whigham ist
mit der aktuellen Arbeitsphase betraut, die sich dem Œuvre von Stan Kenton widmet. In
Kentons Big Band spielte Jiggs selber im zarten Alter von 19 Jahren
Soloposaune.
Von den Stücken der Produktion Artistry in Voices and Brass von 1964 mit
Kompositionen Kentons und Texten von Mit Raskin, in Arrangements von Pete Rugolo,
existieren vermutlich keine Noten mehr. Das hat sich nun geändert: Für den Deutschen
Musikrat / das BuJazzo fertigte ich von sechs Titeln dieser Platte
Transkriptionen an, so dass nun wieder 'authentische' Partituren und Einzelstimmen
existieren. Diese Titel sind Teil des aktuellen Konzertprogramms des BuJazzO, und das
Anfertigen der Transkriptionen war mir eine Freude. Bei Interesse: Erwerben können
sie die Arrangements in meiner Rubrik Noten.
Stan Kenton - Artistry in Voices and Brass, Cover © N.N. /
Capitol Records
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In eigener Sache: LJJO Hessen - Corazón Latina Especial
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28.07.2008
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Das LJJO Hessen ist eines der
glücklicherweise zahlreichen Landesjugendjazzorchester. Diese befinden sich in
finanzieller Trägerschaft (wenn auch unüppig) der Landesregierungen und sind ein
anregender, geselliger Ort für talentierte, junge Jazzmusiker. Sie bieten ihnen in
zumeist zwei jährlichen Arbeitsphasen die Möglichkeit, sich gemeinsam musikalisch zu
entwickeln und Repertoire einzuüben. Es ist fast üblich, dass aus Mitgliedern der
LJJOs später Mitglieder des BuJazzO oder auch
Musikstudenten werden, die unser Leben weiterhin musikalisch bereichern.
Das hessische Landesjugendjazzorchester hat nun unter der Leitung von Wolfgang Diefenbach das Resultat seiner
Probenarbeit herausgebracht: Die CD heißt Corazón Latina Especial, und wie der
Name bereits vermuten lässt, liegt der stilistische Schwerpunkt auf den Spielarten
der populären lateinamerikanischen Musik. Ein Big Band-Arrangement von mir ist mit
auf dieser CD vertreten: Cape Clipso. Die Komposition ist von Jiggs Whigham, der auch als Solist auf der Posaune
mitwirkt. Bei Interesse: Dieses Arrangement können sie in der Rubrik Noten von
mir erwerben und in der Rubrik Musik auch hören, gespielt von der BBC Big
Band. Die CD des LJJO ist unter anderem direkt im Shop der Big Band
erhältlich.
LJJO Hessen - Corazón Latina Especial, Cover © N.N. /
SunnyMoon
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Esbjörn Svensson - *16. April 1964, †14. Juni 2008
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19.04.2008
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Mit 44 Jahren verunglückte der Klaviervirtuose bei einem
tragischen Tauchunfall in der Nähe eines Anlegerstegs nahe Stockholm. Sein
Klaviertrio e.s.t. erspielte sich einen internationalen Ruf, wurde zuhauf mit
Preisen bedacht, und schaffte es schließlich als erste europäische Formation auf die
Titelseite des amerikanischen Jazzmagazins Downbeat.
Nicht nur die großen Hallen füllte er, auch intime Räume vermochte er zu erreichen:
In meiner Lieblingskneipe im Prenzlauer Berg in Berlin, die (zu meinem akzeptablen
Leidwesen) zumeist Rockmusik der härteren Gangart spielt, schaffte Esbjörn Svensson es in die
ständige Playlist, möglicherweise gerade weil er die konventionellen Grenzen
des Jazz aufbrach. In selbiger Lokalität hörte ich einmal ein Paar euphorisch über
sein Trio sprechen, als sie frisch von seinem Konzert kamen. Wenn sie auch so reden
möchten: allaboutjazz.com verfasste ein schönes Videotribut zu Svenssons
Trio.
Möglicherweise siegte Wahrheit auch hier zuletzt; sein Manager Burkhard Hopper sagte
über Svensson: Er hat immer von sich gesagt, dass er seiner inneren Musik folgen
würde. Ein umfänglicher Artikel nebst interessanten Verweisen auf andere Artikel
wartet ebenfalls auf den Seiten von allaboutjazz.com auf Sie,
und in einem Nachruf würdigt ihn
die ZEIT - beides zum wehmütigen Nachlesen.
Esbjörn Svensson, Bild (Ausschnitt) © Geert Vandepoele (CC ASA
2.0 Licence)
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In eigener Sache: Deutscher Filmpreis 2008
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29.04.2008
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Barbara Schöneberger - Jetzt singt sie
auch noch! - moderierte als charmante Gastgeberin die Gala zur Verleihung des
Deutschen Filmpreises 2008 im Palais am Berliner Funkturm, die in der ARD knapp zwei
Millionen Zuschauer erreichte. Dort sang sie mein maßgefertigtes Arrangement von
There's no Business like Show Business, mit neuem deutschen Text versehen von
Ralf Husmann, der unter anderem auch als Autor der Serie Stromberg brilliert.
Michael 'Bully' Herbig betrat die Bühne mit einem Auftrittsjingle in meiner
Bearbeitung, angefertigt nach einer Komposition aus Lissi und der wilde Kaiser
von Ralf Wengenmayr, der selbst für eine Lola in der Kategorie 'beste
Filmmusik' nominiert war. Wunderbar gespielt wurde dies alles live vom Berlin Pops
Orchestra. Es war ein schöner Abend.
Lola - der Deutsche Filmpreis, Logo (Ausschnitt) © Deutsche
Filmakademie
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hceepS esreveR
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08.04.2008
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Rückwärts abgespielte Aufnahmen von
Musiktiteln sind gelegentlich Quelle konspirativer Theorien. Die Kontroverse um "Paul
is dead" ist eines der bekannteren Beispiele für backward messages, in denen
manche Esofreaks in verschiedenen Aufnahmen der Beatles der späten 1960er Jahre
Hinweise für eine verfrühtes Ableben von Paul McCartney entdeckt haben wollen.
Spannender ist dieses music reversal: "Its my sweet Satan. The one whose little path
would make me sad whose power is fake. He gives you 666. There was a little toolshed
where he made us suffer, sad Satan."
Vorwärts abgefahren ergibt das Stairway to Heaven von Led Zeppelin.
Welch eine komplizierte Kompositionsweise! Jedenfalls: Zahlreiche derartiger
Beispiele finden Sie mit Hörproben auf Reverse Speech, auch solche
aus anderen Bereichen.
Illustration: Meine Stimme sagt "reverse speech" - natürlich
rückwärts.
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Liebeslieder-Baukasten für Frühlingsgefühle
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21.03.2007
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Die Auffassung, dass sich die meisten deutschen Comedians nur für
die Unterhaltung bei Zwischenstopps auf Autobahnraststätten, Kellertreppen oder in
Wüsten eignen, teilen Sie hoffentlich. Hier ist einer, der überzeugt und wirklich
witzig ist: Bodo Wartke. Kein billiger,
voraussagbarer Witzansatz, der schon innerhalb der zwei Sekunden Übertragungsdauer
der Privatfernsehwellen vom Sender bis ins Wohnzimmer das Zeitliche segnet. Dass
Harald Schmidt diesen Pointentod Oli P. mit ins Boot der ARD holte, adelt nicht Herrn
Pocher, sondern tadelt Harald S. - Ich wollte diesen Absatz nicht mit Humorkritik
verbringen, aber das musste ich mal artikulieren. Der eigentliche Grund dieses
Newseintrages ist der liebenswerte Liebesliedgenerator
des oben erwähnten Bodo Wartke. Danke, Bodo - nicht Comedian, sondern Kabarettist und
Retter seiner Zunft. - Und zudem ein guter Pianist, wie zum Beispiel zu hören mit der
großartigen dodeka(ko)phonischen Grätchenfrage (sic!) auf
youtube.
Bodo Wartke, Bild (Ausschnitt) © Sven Schütze
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This is your Brain on Jazz!
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07.03.2008
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Lange Zeit witzelten meine
Jazzkollegen und ich darüber, inwiefern bei einem improvisierenden Jazzmusiker
überhaupt eine Hirnaktivität anzunehmen sei. John Hopkins
Medicine lieferte nun den Beweis: Das Hirn von Jazzmusikern arbeitet tatsächlich,
wenn sie musizieren oder, wie in diesem Falle mittles eines funktionalen MRT
(Magnetresonanztomograph) nachgewiesen, improvisieren. Damit wird das Witzrepertoire
der Jazzmusiker zwar dünner, aber der Ruf ihrer synaptischen Qualitäten deutlich
besser.
Leider erzähle ich - als hätten Sie es geahnt! - nur die halbe Wahrheit: Die
Aktivität des dorsolateralen präfrontalen
Cortex nimmt beim Improvisieren tatsächlich sogar deutlich ab, was gemeinhin die
Selbstzensur und Planung enthemmt. Aber:
Der mediale präfrontale Cortex ist derweil sehr fidel und für darstellende,
persönliche Handlungen zuständig.
Gehirn eines unbekannten Jazzers, fMRT-Aufnahme (Ausschnitt) ©
N.N.
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Glanzlichter der Revue im Friedrichstadtpalast Berlin
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20.01.2008
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Im
Berliner Friedrichstadtpalast, dem
größten Revuetheater des Kontinents, stehen vom 25. Januar bis zum 29. Juni die
Glanzlichter der
Revue auf dem Spielplan, und einige der dort vom wunderbaren Orchester zu
hörenden Arrangements stammen aus meiner Feder. Hingehen, Spaß haben und dabei neben
dem Trompeter Joo Kraus die Gesangssolistin Sabine Hettlich erleben: Der "blonde
Engel aus Paris" (Stern) mit der "großartigen Stimme" (Le Figaro). Dann noch das
Tanzensemble und die Artisten hinzu - und Sie erleben, so denke ich, ihre eigenen
Glanzlichter.
Friedrichstadtpalast Berlin, Bild (Ausschnitt) ©
N.N.
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