Arrangeur / Komponist Robert Lingnau - home NeuesBiographieArbeitMusikNoteninteraktiv

Newsticker - Jazz & beyond

Archiv: Was gab's Neues im Jahre 2005?

Herzlichen Glückwunsch, Peter Herbolzheimer!

31.12.2005

Peter HerbolzheimerAm letzten Tag des Jahres 1935 kam Peter Herbolzheimer in Bukarest zur Welt. Heute feiert er seinen 70. Geburtstag. Die Zeit dazwischen war er nicht untätig: Im Jahr 1951 siedelte er nach Deutschland über und lernt Gitarre, bereits zwei Jahre später zog er in die USA und lernt technisches Zeichnen bei General Motors. 1957 kehrt er nach Deutschland zurück, studiert an der Musikhochschule in Nürnberg, wechselt zur Posaune und zeichnet seither nicht mehr Autos, sondern Arrangements und Kompositionen. 1969 gründete er die "Rhythm Combination and Brass" (RC&B), die viele Jahre lang als beste Big Band Europas gehandelt wurde.
Eine weitere bedeutende Big Band für die jüngeren Jazztalente ist das Bundesjazzorchester (BuJazzO), für das er seit Gründung des Orchesters 1987 als künstlerischer Leiter gewonnen werden konnte. Liebe Grüße und alles Gute, Peter, und noch viele Jahre mit frischen Arrangements, Auftritten und Anekdoten!
Peter Herbolzheimer, Bild (Ausschnitt) © Promo

Jazz-Legende Shirley Horn gestorben

22.10.2005

Shirley HornFor there's no yes in yesterday, and who knows what tomorrow brings or takes away: As long as I'm still in the game, I want to play for laughs, for life, for love.
Das sang Shirley Horn auf ihrem 1992 erschienenen, von Johnny Mandel orchestrierten Album Here's to Life. Es war das meistverkaufte Jazzalbum des Jahres.
Bereits im Alter von vier Jahren begann sie auf dem Schoß ihrer Großutter mit dem Klavierspiel. Siebenmal in Folge war Shirley Horn für einen Grammy nominiert, nachdem sie 1987 mit einem Plattenvertrag bei Verve vielbeachtet in die Musiköffentlichkeit zurückkehrte. Sie hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt eine fünfzehnjährige Auszeit genommen, um Zeit für die Erziehung ihrer Tochter Rainy zu haben. Neben Größen wie Ella Fitzgerald und Sarah Vaughan war sie die letzte noch verbliebene, legendäre Jazzsängerin ihrer Zeit. Shirley Horn verstarb am 20. Oktober im Alter von 71 Jahren in ihrer Heimatstadt Washington.
Shirley Horn, Bild (Coverausschnitt) © Larry Busacca / Verve

JazzFest Berlin 2005

28.09.2005

JazzFest Berlin 2005Das diesjährige JazzFest Berlin findet vom 02. bis zum 06. November statt. Zu den bekannten Gruppen gehören in diesem Jahr Charlie Haden's Liberation Music Orchestra mit Arrangements von Carla Bley, Joe Zawinul mit der WDR Big Band Köln, Bill Frisell sowie - und hier ist das Herz des Verfassers dieser Zeilen besonders erfreut: Das Maria Schneider Orchestra mit seinem einzigen Konzert in Deutschland, dass die aktuelle und mit einem Grammy ausgezeichnete CD "Concert in the Garden" live präsentiert. Das Programm finden Sie auf den Seiten der Berliner Festspiele.
Ich freue mich, auch in diesem Jahr zusammen mit meinem Kollegen Ulf Drechsel die Moderation der Hörfunkübertragungen des rbb Kulturradio sowie der angeschlossenen ARD-Anstalten übernehmen zu dürfen. Wir senden am 05. November (u.a. WDR Big Band) sowie am 06. November (u.a. Maria Schneider Orchestra, Enrico Rava Quintet) live vor Ort mit viel Musik, Gesprächen und Interviews, an beiden Tagen von 20.04 Uhr bis Mitternacht. Also: Wir hören uns!
JazzFest Berlin 2005, Plakat (Ausschnitt) © Henning Wagenbreth

Albert Mangelsdorff, *05. September 1928, †25. Juli 2005

31.07.2005

Albert Mangelsdorff"Der Albert", wie ihn alle aufgrund seiner Popularität und gleichzeitigen Liebenswürdigkeit nannten, war der international bekannteste deutsche Jazzmusiker. Entgegen seinem Willen wurde er häufig als Weltmeister der Posaune bezeichnet. So sah es auch das amerikanische Jazzmagazin Downbeat, das ihn 1980 zum weltweit besten Posaunisten erkoren hatte. Kürzlich erschienen bei Skip Records noch die CDs Triplicity, eine Trioaufnahme aus dem Jahr 1979, sowie Music for Jazz Orchestra mit der NDR Bigband.
Zusammen mit dem sehr verdienten Moderator und Musikjournalisten Karl-Heinz Drechsel hatte ich die Ehre, zum Tode von Albert Mangelsdorff eine Nachrufsendung im Kulturradio des RBB zu gestalten, in der wir das Leben und Schaffen der Vaterfigur des deutschen Nachkriegsjazz in loser chronologischer Folge nachzeichneten. Innerhalb dieser Sendung gab es O-Töne von Albert Mangelsdorff zu hören, in denen er einige Stufen seiner Entwicklung beschreibt: den Einfluss der Tristano-Schule, seinen erster USA-Aufenthalt, die Bedeutung des Cool Jazz sowie die Entwicklung seines Solospiels, der sogenannten Multiphonics. Nachhören können Sie das in einem Zusammenschnitt (mp3, 1 MB). Für weitere Informationen sei die Webseite von Albert Mangelsdorff bei den Jazzpages empfohlen.
Albert Mangelsdorff, Bild © Jazzpages.com

Jazz-Bassist Niels-Henning Ørsted Pedersen ist tot

20.04.2005

Niels-Henning Orsted PedersenThe great Dane with the never ending name, Niels-Henning Ørsted Pedersen, starb heute im Alter von 58 Jahren. Der Bassist, der an Stelle seines Namens gerne seinen Initialen NHØP den Vorzug gab und als Kontrabass-Paganini bezeichnet wurde, lebte in der Nähe von Kopenhagen. Cim Meyer, Redakteur der dänischen Zeitschrift Jazz Special, sagt über ihn: Er war in Wirklichkeit Dänemarks bekanntester Musiker, egal von welchem Genre.
Seine Fähigkeiten als überragender Solist und Begleiter erkannte im Jahre 1973 auch Oscar Petersen und machte NHØP zum Mitglied seines Trios. Dem Count Basie Orchester hingegen gab er bereits im Alter von 16 Jahren einen Korb und zog es vor, über 20 Jahre lang den Sound der Danish Radio Big Band mit zu prägen. Im Laufe seiner Karriere spielte der Virtuose mit Musikern wie Ella Fitzgerald, Miles Davis, Dexter Gordon und Dizzy Gillespie. Das Königreich und die Hörer haben eine sympathische Ausnahmeerscheinung des Jazz verloren.
Niels-Henning Ørsted Pedersen, Bild (Ausschnitt) © Verve

Harald Juhnke gestorben - ein neuer Jazz-Sänger geboren

01.04.2005

Harald JuhnkeNicht nur der Intendant des WDR, Fritz Pleitgen, hat den am 1. April mit 75 Jahren verstorbenen Entertainer posthum als "deutschen Sinatra" gewürdigt. Der demenzkranke Schauspieler und Sänger lebte zuletzt in einem Pflegeheim in Brandenburg. Im März 1979 übernahm er die Nachfolge des verstorbenen Peter Frankenfeld in der ZDF-Sendung Musik ist Trumpf, und in diese Zeit fallen auch die ersten Alkoholprobleme des begnadeten Unterhalters. Wenn ich trinke, dann säuft Sinatra., soll er gesagt haben. Und gleich im Anschluss stellte er fest: Der hat etwas, was ich nicht habe, er hat einen kühlen Kopf. Der fällt nie aus.
Sein Andenken gilt es zu wahren, umso mehr - so das Nachrichtenmagazin Spiegel - da im deutschen Klamauk- und Talk-TV für den Swing [...] eines veritablen Entertainers kein Platz mehr zu sein scheint.
Harald Juhnke, Bild © N.N.


Michael BubleIn diesen Tagen macht ein weiterer Sänger von sich reden, der das musikalische Erbe von Frank Sinatra ebenfalls pflegt: Der Kanadier Michael Bublé singt in der Garde der Crooner ganz oben mit und verkauft millionenfach Alben, vorwiegend in den USA und Asien. Gerade in Zeiten, in denen Musikkonserven am Computer zusammengebastelt werden, sind auf akustische Musik setzende, jüngere Vokalisten wie Bublé, Jamie Cullum, Peter Cincotti, Norah Jones oder Rebekka Bakken Balsam für die Ohren, die Seele - und im Falle von Rebekka Bakken auch für die Augen. :-)
Michael Bublé, Bild © Warner Music

Luftgitarre mit Schallwellen

31.03.2005

LuftgitarreDas Unternehmen Sharper Image hat ein Gerät entwickelt, auf das niemand gewartet hat. Nun können die in der Luft herum fuchtelnden Gitarristen ihre musikalische Unkenntnis nicht nur optisch, sondern auch klanglich unter Beweis stellen. Ein Infrarot-Abtastsystem soll die Bewegungen der Kasper nun hörbar machen. Ausübende dieser Sporart, die mittlerweile weltweit "gepflegt" wird, könnten sich somit an der Gitarre auf ein Niveau schießen, das Dieter Bohlen gesanglich erreicht hat.
Ich möchte den geneigten Leser gar nicht von der Ausübung dieser Zeitvernichtung abhalten: Bei der offiziellen Weltmeisterschaft messen sich die Besten, und das Spiel mit der Luftgitarre ist auch hierzulande organisiert.
Demnächst mit Ton?, Grafik © morphography.uk.vu

Jason Moran geehrt - Playboy am Piano

19.02.2005

Jason MoranEine neue Kategorie im Lieblingsmagazin von Hugh Hefner macht es möglich: In der amerikanischen Ausgabe vom 11. Februar ehrte das Magazin Playboy den jungen Pianisten Jason Moran innerhalb der neu eingeführten Sparte Jazz des Sex and Music poll, den es seit 48 Jahren gibt. Diese Auszeichnung verdanke er seiner prominenten Position an der Spitze der Zukunft des Jazz.
Im Rahmen des JazzFest Berlin 2002 hatte ich Gelegenheit, mit Jason Moran direkt nach dem Auftritt seiner Gruppe Bandwagon im Jazzclub Quasimodo ein Interview zu führen. Hören Sie das gekürzte, mit deutscher Übersetzung gesendete Interview (mp3, 1 MB), in dem wir uns unter anderem über die musikalische Intuition von Jason Moran unterhalten. Sie können auch das Manuskript meiner Sendung auf RADIOkultur (heute: Kulturradio, rbb) vom 08.02.2003 als pdf lesen.
Jason Moran, Bild © Paul Brown

Jazz-Organist Jimmy Smith gestorben

10.02.2005

Jimmy SmithAm 08. Februar verstarb der legendäre Hammond-Spieler Jimmy Smith im Alter von 76 Jahren in Phoenix, USA, wo er seit Januar 2004 lebte. 1955 - das Jahr, in dem Hammond ihr berühmtes Modell der Orgel B3 herausbrachte - formte er sein erstes Trio. Es spielte bereits den oft als Souljazz bezeichneten Sound, der ihn später bekannt machte.
Insgesamt veröffentlichte er rund 150 Alben und arbeitete mit namhaften Arrangeuren wie Claus Ogerman, Lalo Schifrin und Oliver Nelson, die seine Musik in orchestrale Zusammenhänge gossen. Noch im Januar 2005 wurde Jimmy Smith von der NEA mit dem Jazz Masters Award für sein Lebenswerk geehrt. Und seit dem Jahr 1964 machte Jimmy Smith im renommierten Jazzmagazin Downbeat die jährliche Kür des besten Organisten: Er gewann den Titel 25 Mal in Folge.
Jimmy Smith, Bild © N.N.

"Mellow Tones" - Kristofer Benn

11.01.2005

Kristofer Benn Zum Jahresbeginn eine gute musikalische Nachricht: Das Debutalbum des Sängers Kristofer Benn ist gerade erschienen. In meinen Augen und Ohren handelt es sich hier um einen der talentiertesten jungen Jazzsänger des Landes. Und das kann ich sehr gut beurteilen, da ich seinen Gesang in der Vergangenheit auf diversen Bühnen häufiger aus nur zwei Metern Entfernung genießen durfte.
Falls Sie mir nicht glauben mögen, so überzeugen Sie sich selbst mit seiner Ballade Father, die auf der CD enthalten ist. Dort befindet sich mit "Amor Passado", ebenfalls eine Komposition von Kristofer Benn, auch ein Arrangement von mir, das Sie sich in der Version der Berlin Voices auf meiner Webseite in Ihre geschätzten Ohren streamen lassen können: Zu finden unter Musik / Small.Also: Geldbörse auf und mal wieder sinnvoll in gute Musik investieren.
Kristofer Benn, Bild © Moritz David Friedrich

Musikalischer Müll hat einen Namen: Jamba!

08.01.2005

Oliver Samwer Gegenüber jedweder Form von Abonnement sollte man sich skeptisch verhalten. Belohnt wird dieses Verhalten bei Jamba, dem agressiv werbenden Klingeltonvermarkter, für den der dotcom-Tod hoffentlich noch ein Plätzchen freigehalten hat. Insbesondere so zahlungskräftiger Kundschaft wie wehrlosen Kindern oder hirnlosen Jugendlichen wird hier das Taschengeld mittels Klingelton-Abos aus der Hose gezogen.
Nun hat mich ein Artikel im Spiegel auf einen Blogeintrag aufmerksam gemacht, den ich für sehr lesenswert halte: Eine Erläuterung der Methoden von Jamba in der Manier der "Sendung mit der Maus". Sehr kindgerecht, damit es eben auch die Zielgruppe von Jamba versteht. Also, liebe Kinder: Der Jamba-Kurs von spreeblick.de macht euch hoffentlich etwas schlauer, und die geschäftsführenden Samwer-Brüder damit ärmer. Was das nun mit Musik zu tun hat? Nichts.
Oliver Samwer, Bild © Jamba! (Pressefoto)

"Concert in the Garden" - Maria Schneider Orchestra

02.01.2005

Maria Schneider - Concert in the GardenDie neue, bereits im April 2004 erschienene CD von Maria Schneider ist nach einem Gedicht von Octavio Paz betitelt. The river of music / Enters my blood. heisst es darin. Für jeden, der mich kennt, wird es keine Überraschung sein, dass auch die Musik dieser neuen CD von Maria Schneider genau das mit mir anrichtet, was obige Zeile von Paz beschreibt.
Zwei Stücke von "Concert in the Garden" sind nun für den Grammy der Kategorie Best Instrumental Composition nominiert. Eine weitere Nominierung erhielt die Aufnahme als Best Large Jazz Ensemble Album. Wenn's nach mir ginge: Gebt ihr diese Grammys. Maria Schneider ist großartig. Zweimal bin ich ihr persönlich begegnet; ihrer Musik hingegen kann ich glücklicherweise so häufig begegnen, wie ich möchte. Das kann der geneigte Leser dieser Zeilen natürlich auch: Zu bestellen ist die auf 10.000 Exemplare limitierte CD allerdings nur über die Webseite von Maria Schneider.
Maria Schneider, Bild © David Korchin

Nachtrag vom 14.02.2005: Glückwunsch! Heute wurde er ihr tatsächlich verliehen: Der Grammy in der Kategorie 49, Best Large Jazz Ensemble Album, ging an Maria Schneider und die CD "Concert in the Garden". Nachdem ihre beiden Vorgängeralben "Evanescence" und "Allegresse" ebenfalls für einen Grammy nominiert waren, hält sie ihn jetzt erstmalig in ihren Händen. Zu Recht, wie ich finde.
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