Arrangeur / Komponist Robert Lingnau - home NeuesBiographieArbeitMusikNoteninteraktiv

Der Arrangeur

Was treibt ein Arrangeur eigentlich genau?

Dem Arrangeur ist nichts zu schwer... In Abwandlung einer platten deutschen Redewendung könnte man zunächst fragen: Was denn überhaupt? Häufig begegnet mir die Frage, was ein Arrangeur eigentlich macht. Hierzu findet man in der Internetenzyklopädie Wikipedia eine längere, recht treffende Erklärung.

In Musikstilen, deren Kompositionen vorwiegend aus einer Melodielinie und Akkordsymbolen (sog. Lead Sheets) bestehen - nicht nur in weiten Teilen des Jazz und Pop -, gibt der Arrangeur dem Musikstück eine Klanggestalt für eine bestimmte Besetzungsart und -größe einer Gruppe, die dieses aufnehmen oder aufführen wird. Der Arrangeur verleiht dem Stück mit musikalischen Mitteln Form, Ausdruck und Stimmung innerhalb einer gewählten Stilistik.

Er muss der Komposition in ihrem zeitlichen Verlauf dabei auch weitere Melodielinien, Nebenstimmen, Formteile, eine Entwicklung etc. hinzufügen und sich überlegen, welche Instrumente für einzelne Passagen am besten und geeignetsten klingen. Daneben ist der Arrangeur in den meisten Fällen auch verantwortlich für den Groove, die Begleitung - also die Art, wie die Rhythmusgruppe spielt.

Neben dieser horizontalen Bearbeitung eines Musikstückes setzt man das Arrangement auch vertikal, etwa: Wie sollen die 20 Streicher diesen Akkord erklingen lassen? Und was machen die Sänger derweil? Welche Akkorde klingen an jener Stelle gut? Denn diese werden sehr oft reharmonisiert, d.h. die ursprünglich vorgesehenen Akkorde werden quantitativ und qualitativ klanglich aufbereitet.

Kurzum: Nicht nur all die schönen Bläsersätze oder Streicher in vielen bekannten Songs stammen aus der Feder eines Arrangeurs, sondern beispielsweise auch die fertigen Versionen von Filmmusiken, zu denen der Komponist häufig "nur" die Melodielinien beisteuert. Die West Side Story oder auch die Rhapsody in Blue stammen in ihrer bekannten orchestralen Gestalt nicht etwa von ihren Komponisten Bernstein oder Gershwin, sondern von einem - na? Generell kann man behaupten, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bearbeiter ein Werk klanglich veredelt hat, mit der Besetzungsgröße ansteigt. Das gilt natürlich nicht für Komponisten, die das Arrangieren selber ausgezeichnet beherrschen. Es sei denn, sie haben keine Zeit. ;-)

Es gibt letzlich viele Schnittmengen zwischen Arrangeuren und Komponisten, denn Arrangeure komponieren natürlich auch. Eigentlich ist Arrangieren eine Art des Komponierens mit bestimmten Vorgaben. Arrangeure zeichnen sich ebenso wie Komponisten durch ihren Schreibstil aus.

Ein klingendes Beispiel für ein Arrangement ist Cape Clipso in der Rubrik Musik / Large. In diesem Fall erreichte mich zu Hause ein Fax mit nur sechzehn Takten Melodie und den dazugehörenden Akkordsymbolen. Herausgekommen sind etwa 250 Takte für 19 Musiker auf mehr als 100 Seiten.

Fazit: Musik-Arrangeure organisieren keine Urlaubsreisen oder Hochzeiten! ;-)

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